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Fahrtenhygiene


Ein wichtiges Kapitel ist die Fahrtenhygiene. Auf abenteuerlicher Fahrt, fern von Duschen, WC und Mutters prüfenden Blicken, ist die Gefahr groß, dass die regelmäßige körperliche Reinigung der Faulheit zum Opfer fällt. Morgens in der Saukälte waschen? Zähne putzen? Kämmen? So'n Blödsinn! Für wen soll man sich denn hier schön machen? Unterzeug ? Nur weil es schon ein bisschen riecht? Essgeschirr und Hordentopf auswaschen? Wird ja doch wieder drin gekocht! Sage nicht, dass das an den Haaren herbeigezogen ist!
Wenn man nun weiß, dass solche Auffassungen ansteckend sind und also mehrere solche »vergammelten Typen« wochenlang in der Enge des Zeltes hautnah beieinander leben und aus dem gleichen Topf essen, wird verständlich, dass die meisten Fahrtenkrankheiten ihren Grund in mangelhafter Hygiene haben. Ausschlag; Pickel, Furunkel, Entzündungen, vor allem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Magenschmerzen sind Auswirkungen mangelnder Fahrtenhygiene. Deshalb:
1. Eiserne Hygiene-Regeln
Täglich gründlich waschen und Zähne putzen! Wem's bei Sonnenaufgang noch zu kalt ist, der veranstalte sein Waschfest später im warmen Sonnenschein.
2. Bestecke, persönliches Essgeschirr und Hordentopf stets sauber halten. Selbst der kleinste angebrannte Rest muss weg. Essgeräte stets draußen auf einem Gestell verwahren.
3. Vor der Fahrt Haare schneiden! Verfilzte Mähnen und »Abenteurerbart« sind Brutstätten für Ungeziefer Bakterien.
4. Vor dem Kochen und Essen sowie nach dem Austreten stets Hände waschen.
5. An jedem 5. Tag ist »Waschtag«. Da wird alles gewaschen, was inzwischen schmutzig geworden ist.
6. Ordnung und Sauberkeit im Zelt! Der Eingang tagsüber zwecks Durchlüftung offen. Niemals Lebensmittel und Reste von Mahlzeiten im Zelt aufbewahren.
Doch wie und womit wasche ich meine Wäsche...
Da wir unsere Wäsche oftmals mitten in der Natur waschen, und keine Möglichkeit zur Abwasserentsorgung haben, sollten wir unsere Wäsche nur mit Kernseife waschen, welche auch nicht schlechter als “Rei in der Tube” oder so wäscht. Die nassen Sachen werden also ordentlich mit Seife behandelt und die besonders dreckigen Stellen sollten mit einer Nagelbürste geschrubbt werden. Auf diese Art und Weise erhalten wir zwar keine perfekt saubere Wäsche, aber unsere Sachen stinken nicht mehr und der Dreck der jetzt noch bleibt, beeinträchtigt nur noch die Farbe, nicht aber die Hygiene und bildet keinen Nährgrund für Bakterien.
Noch so ein paar weitere Tipps
• Packe deine dreckigen Sachen nie in eine Plastiktüte, da sie darin zu schimmeln anfangen können
• Packe Lebensmittel immer so in deinen Rucksack auf einer Wanderung, dass nichts auslaufen kann, man glaubt ja gar nicht wie ausgelaufene Butter stinken kann..... (den Gestank bekommt man erst nach ca. 20 maligem Waschen in der Waschmaschine wieder heraus)
• Esse nach Möglichkeit nie in deinem Schlafzelt, denn die Krümmel locken Ameisen und Mäuse an
• Nahrung sollte auch nie offen lagern, um sie vor Ungeziefer zu schützen

Egon auf Großfahrt

Egon will auf Nachtfahrt mit, und so fragt er bei Frau Schmidt:
,,Sag mal, was nimmt euer Pitt immer so auf Großfahrt mit?"
”Ach, das ist so allerlei, wollne Decken - meistens drei,
seinen Topf für Haferbrei, Fausthandschuhe, auch im Mai"
Egon schaut schon auf die Uhr. ”Was, mehr nicht, so wenig nur?"
”Nein, ach nein, dann nimmt der Pitt auch noch dies und jenes mit!"
Ach, denkt Egon, ist nicht wichtig, brauch kein Rat, ich mach's schon richtig.
Lange Strümpfe, Hosen, Jacken, drei Paar Schuhe ohne Hacken,
Turnschuh, Mantel, Unterhose, eine schon verwelkte Rose,
ein Buch zur Aufzucht junger Hunde und ein Bild von Kunigunde,
Schreibpapier und Portemonnaie, Steuerkarte, Malzkaffee,
Liederbuch: ,,Von Dur bis Moll", noch ist der Affe nicht ganz voll.
Stempelkissen, Schukostecker, Fahnenstange, einen Wecker,
Holzpantinen' Fensterglas, Regenschirm und Karo-As,
Mikrofon und Ferienplan, Radio mit Schalter dran,
Pferdehalfter und Gitarre, vom Weltkrieg her noch eine Knarre,
Sorgenstuhl und Schlummerkissen, Egon möchte es nicht missen.
Strafgesetzbuch, BGB, Märchenbuch von guter Fee.
Um alles wickelt Egon stumm Mutters Wäscheleine rum.
Die Sachen drücken Egon sehr, er kam ins Schwitzen immer mehr,
er schwitzte sich zuletzt ganz nass, man warnte ihn - und nicht zum Spaß.
Doch Egon ließ sich gar nichts sagen. So hat er sich dann totgetragen.
Und die Moral von der Geschicht: Macht es wie unser Egon nicht!
Das Gedicht ist 1955 entstanden. Das Problem ist aber so alt wie Fahrt und Lager bei den Pfadfindern. Es gab auch Zeiten, da gehörte es zu den Jungpfadfinderproben, zu wissen, was zur Fahrtenausrüstung gehört. Dann setzte man es als selbstverständlich voraus - und damit war besorgten Müttern Tür und Tor geöffnet. Dann bestimmten sie, was Pitt oder Egon mit auf Fahrt zu nehmen hatten...
”So viel wie nötig, so wenig wie möglich”
Das ist der immer geltende Wahlspruch beim Sachenpacken. Den größten Fehler den man begehen kann, ist es Mutter eigenständig Hand anlegen zu lassen, zum einen findet man dann nichts mehr wieder, zum anderen nimmt man zuviel mit.
Doch was soll ich denn nun eigentlich mitnehmen ?
Hier seht Ihr jetzt keine komplette Packliste, vielmehr ist dies eine Anregung was man alles Mitnehmen sollte, je nachdem, wie lange die Fahrt dauert und wohin sie geht, müsst ihr die Liste ändern.
Schlafsack Schlafzeug Isomatte
A-B Päckchen Wechslkleidung
(Kluft,Unterwäsche,..) Feuerzeug,Streichhölzer
Koschi/Feldflasche/
Besteck/... Poncho/Regenzeug Rucksack
Waschzeug/Handtuch Badesachen festes Schuhwerk
Es ist unmöglich, den Bedarf für eine Vier-Wochen-Fahrt nach häuslichen Erfahrungwerten zu berechnen. Zum Leben auf Großfahrt gehört als fester Bestandteil nämlich das Wäsche waschen. Man nimmt für eine 4 Wochen-Fahrt in etwa das gleich mit wie für eine 1 wöchige Fahrt. die Sachen werden natürlich dann von Zeit zu Zeit gewaschen, denn der Spruch ”Dreck ehrt” sollte auf Fahrt und Lager nicht gelten.